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De Theatertroep

De Theatertroep ist ein Kollektiv von Schauspielern mit unterschiedlichen Hintergründen. Das „Hausensemble“ des Frascati Theaters bindet mit seinen spielerisch auf die Aktualität Bezug nehmenden Inszenierungen von klassischem Repertoire ein junges Publikum an sich. Bekannt ist De Theatertroep auch für ihre Vaudeville-Vorstellungen, in denen sie assoziativ die unterschiedlichsten Texte in Zusammenhang bringen. Die jungen Schauspieler stellen Molière neben Karl Valentin, vermischen Shakespeare und Monty Python und schöpfen gleichermaßen aus Filmen von Godard und Haneke, wie aus Büchern von Balzac, Nabokov und Kafka. Auch Philosophen wie Themerson und de Beauvoir dienen als Materialquelle für die Vorstellungen.

Die einzelnen Mitglieder der Theatertroep verstehen sich nicht nur als Darsteller, sondern auch als Dramaturgen. Für ihre Arbeitsweise und -auffassung sind Kollektive wie Maatschappij Discordia und das Werkteater richtungsweisend. Sie scheuen die Tradition nicht, sondern drehen sie auf links und suchen nach dem, was in der heutigen Zeit standhält.

Die Schauspieler liefern keinen Psycho-Realismus, sondern stolpern im Licht der Scheinwerfer unerschrocken durch den Text und über den Inhalt. Sie stürzen sich abwechselnd in ihre Rollen und wieder heraus. Sie beherrschen die Kunst des kontrollierten „Durcheinanders“, holländisch: troep (auszusprechen wie das französische ‘troupe’, Truppe, der zweiten Bedeutung des holländischen Wortes) – und setzen dem Publikum keine eindeutigen Aussagen vor.

Die Zuschauer sind Zeuge des Theater-Machens, des Zustandekommens der jeweiligen Vorstellung, da Entscheidungen über Platzierung und Rhythmus der Szenen im Spielverlauf gefällt werden. Die Vorstellungen entwickeln sich also nicht nur im Proberaum, sondern auch von Abend zu Abend auf der Bühne weiter. Mit ihrem leichtfüssigen, absurdistischen Stil bietet De Theatertroep zugängliche Vorstellungen für ein breites Publikum.

Geplante Vorstellungen

Wie echt is echt echt

Ausgangspunkt des ersten Stückes – Wie echt ist echt echt – ist der Dokumentarfilm Rent a Family Inc. (2012) von Kaspar Astrup Schröder. Ein japanischer Mann spielt als stand-in bei privaten oder öffentlichen Anlässen die vom jeweiligen Auftraggeber gewünschte Rolle. Bei Hochzeiten, Beerdigungen usw. tritt er als Vater, Verlobter, als Bruder oder Onkel auf.

Das Stück kreist um die Frage, ob jemand „echt“, authentisch ist oder „Schau spielt“, um die Grauzone zwischen Schein und Wirklichkeit, Wahrheit und Lüge. Bis zu welchem Punkt lässt sich das Spiel mit eigenen und fremden Identitäten inszenieren, und wo gerät es ausser Kontrolle?

Musst du die Pflanzen nicht mal giessen?
Die sind aus Plastik.
Echt?
Eben nicht.

Weißt du was
Was.
Ich kann mich eigentlich gar nicht an dich erinnern.
Wieso. Ich bin doch da.
Ja, das schon, aber wenn ich an Früher denke, sehe ich dich nicht vor mir.

Luftgeschäfte

Das zweite Stück – Luftgeschäfte – folgt zwei Touristen, die in Venedig als zu schwer für die Gondeln befunden werden und daraufhin in einen Kurort reisen. In dem dortigen, surrealen Schlankheitsinstitut begegnen sie den anderen Gästen und verlieren im Laufe der Zeit mehr Substanz als ihnen lieb ist.

Ich hörte im Radio, dass da eine Schlägerei stattgefunden hat… um eine Brotkruste. Um eine Brotkruste! Stell dir vor, dass wir uns um ein Gurkenscheibchen prügeln würden.

Ich seh’s schon kommen.

Vorläufige Tourneeplanung 2016:

5. – 9. Januar, Theater Frascati, Amsterdam
15. Januar, Plaza Futura, Eindhoven
20. – 23. Januar, Theater Frascati, Amsterdam
10. – 13. Februar, Theater aan het Spui, Den Haag
16. – 17. Februar, Theater Kikker, Utrecht
4. März, Theater Walhalla, Rotterdam
7. März, Kennemer Theater Beverwijk
15. März, Toneelschuur, Haarlem
25. & 26. März, Monty, Antwerpen
2. & 3. April, Corrosia, Almere
7. April, Grand Theatre, Groningen.
12. Oktober, Theater Gruitpoort, Doetinchem (unter Vorbehalt)
13. Oktober, Het Park, Schouwburg Hoorn (unter Vorbehalt)
14. Oktober, LUX, Nijmegen (unter Vorbehalt)
5. November, Schouwburg Amstelveen (unter Vorbehalt)
Den aktuellen Spielplan finden Sie auf unserer Website: www.theatertroep.nl

Text: Judith Herzberg, Hans Man in ’t Veld, De Theatertroep
Darsteller:
Kyrian Esser, Jasmijn Vriethoff, Elisabeth ten Have, Rosa Asbreuk, Roos Visser, Jochum Veenstra, Patrick Duijtshoff, Nicoline Raatgever, Timo Huijzendveld and Jordi Möllering.

 

 


 

Presse

Rezensionen – Interviews – Presse

Ausschnitt aus ‘Interview met De Theatertroep’ von Loek Zonneveld – De Groene Amsterdammer

De Theatertroep hat in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit erregt.

In einer Phase intensiver Zusammenarbeit mit ’t Barre Land und Tijdelijke Samenscholing (zwei ähnlich operierende, inhaltlich verwandte niederländische Theaterkollektive) entstand 2014 die Koproduktion  „It is a tale told by an idiot“, ein Stück, in dem Maeterlinks „Die Blinden“ mit Auszügen aus Macbeth kombiniert wurde. Darauf folgte im Frühjahr 2015 „It is another tale told by an idiot“, eine von den Schauspielern ausgearbeitete, stark modernisierte Neufassung von Schnitzlers „Reigen“.

De Theatertroep spielte zudem „Tussen Russen“ (Zwischen Russen), eine ‘Schnellkochtopfversion’ von Gogol’s „Der Revisor“ und lieferte (wie jedes Jahr) ihren Beitrag zu „Theater Na de Dam“, einer Initiative, die, im Anschluß an die alljährlich am 4.Mai stattfindende Gedenkstunde auf dem Dam, in vielen Theatern der Stadt Vorstellungen über den Zweiten Weltkrieg programmiert,  In diesem Jahr spielte De Theatertroep den dritten und letzten Teil der selbst entwickelten Serie „Aus erster Hand“/ „In zweiter Instanz“/ „Die dritte Generation“.

Im Juli stand eine Koproduktion De Dansers, einem Kollektiv von Tänzern und Musikern aus Utrecht, auf dem Programm: „Einfacher Ausdruck eines komplexen Gedankens“.

In der Zeit vor dem St. Nikolaus (dem Fest, mit dem es in den Niederlanden eine besondere Bewandtnis hat) wurde auch in diesem Jahr die von Beckett inspirierte Kindervorstellung „Door de bomen – En Attendant Sankt Nikolaus“ gespielt.

In den Sommermonaten ist De Theatertroep mit der Vorstellung Vaudeville auf der Parade vertreten, dem reisenden Theater-und Varietéfestival, das jeweils 3 Wochen in Rotterdam, Den Haag und Amsterdam Quartier macht.

De Theatertroep betreibt zudem im Epizentrum der Amsterdammer Theaterlandschaft (Nes 71) die Theaterkneipe ‘De Richel’, in die eine kleine Buchhandlung mit second-hand Theatertexten integriert ist.

Im Untergeschoss der Kneipe werden von Mitgliedern der Theatertroep und anderen Theatermachern regelmässig kurze, experimentelle Vorstellungen gegeben.

Last but not at least ist es der Theatertroep ein besonderes Anliegen, in Zusammenhängen oder Kreisen kurze Vorstellungen zu geben, wo Theater normalerweise nicht stattfindet.

So spielten letzte Woche Mitglieder der Theatertroep zwei Einakter von Tschechov in der Küche eines Studentenwohnheims in Utrecht. Die beiden Stücke wurden drei Mal vor einem jeweils (zumindest teilweise) wechselnden Publikum gespielt – teilweise, weil es auch Studenten gab, die sich das Ganze drei Mal anguckten. „Studenten, die sonst nie in eine Vorstellung gehen, und die auf einmal mitkriegen, wie spannend Theater sein kann. Die erzählen, welche Passagen ihnen besonders gefallen haben. Denen deutlich wurde, dass die Vorstellungen trotz des identischen Textes jedes Mal anders waren, und die sich bemühten herauszufinden, woran das lag und wie das  wirkte.“

„Die Intimität, die sich dann herstellt mit beispielsweise diesen Studenten, die just noch zwei Zimmer weiter am gamen waren und dann trotz aller Skepsis in unseren Sog geraten und hautnah am Theater dran sind,  ist uns sehr wichtig. Sie bestätigt uns auch in unserer Arbeitsweise und -auffassung, die eine direkte Widerspiegelung unseres Umgangs miteinander ist, unserer Gespräche, Auseinandersetzungen und Ideen über Theater.“

Ausschnitt aus der Begründung für die Preisverleihung ‘De Mus’ (Beste Vorstellung) von Theaterfestival De Parade

…Und im diesen Jubiläumsjahr des Rückblicks und der Voraussichten gab es ein Ensemble voll jungem Talent, das jeden Abend  aufs Neue Vergangenheit und Zukunft vereinte zu dem, was die Parade ihrem Wesen nach sein will: vielschichtig, zugänglich, intelligent, scharfsinnig, poetisch, verlockend, überraschend und unwiderstehlich unterhaltend. De Theatertroep gab ihrem Publikum eine Sichtweise und Theatererfahrung mit auf dem Weg, die ihre Wirkung nicht verfehlte und sich in der Rezeption der übrigen Vorstellungen deutlich widerspiegelte.

Rezension Dan en slechts dan als (Dann und nur dann wenn) – Bill.be

Auf den ersten Blick erinnert das Bühnenbild an einen staubigen Dachboden. Ein verstimmtes Klavier, eine Reihe Stühle, eine Leiter. Und mitten in diesem Durcheinander sitzen sechs junge Schauspieler als wären sie Teil des Bühnenbilds, schauen sich in aller

Ruhe um und unterhalten sich ein bisschen.

Worum geht es?
Lange währt diese Ruhe nicht. Im Spiel mit dem Text und mit den Requisiten lassen die Schauspieler keinen Zentimeter der Bühne unbenutzt. Die Vorstellung balanciert auf der Grenze zum kontrollierten Chaos, die Haltung der Schauspieler kennzeichnet sich durch Spontanität und eine angenehme Nonchalance, die sich auch in der Textbehandlung widerspiegelt.

Existentielle Fragen
Von einem eindeutigen, ‘roten’ Faden ist hier keine Rede, und konventionelle Gespräche sind rar gesät. Was als normales Gespräch beginnt, wird im Handumdrehen zu einem Wort-Wechsel, in dem jedes Wort gekehrt und gewendet, befragt und bis in die tiefsten Tiefen ausgelotet wird.
Selbstverständlich erscheinende Worte wie „Wahrheit“ oder „Liebhaber“ werden Schicht für Schicht abgeschürft, bis der innerste Kern der Bedeutung- oder gerade der Nichtbedeutung übrigbleibt. Das Publikum sieht sich mit einer existentiellen Frage nach der anderen konfrontiert.

Mehr angenehmes „Drunter und Drüber“ (= troep)
Die Schauspieler der Theatertroep bringen das kontrollierte Chaos souverän/und fachkundig/geschickt auf die Bühne. Es macht wirklich Spaß, sich in den Bann dieser ‘taufrischen’ Truppe (= troep ) ziehen zu lassen.  Die Vorstellung „Dan en slechts dan als“ inspiriert, amüsiert, reizt zum Lachen und zum Nachdenken und bietet Gelegenheit zu Atem zu kommen, wenn die vielseitigen Schauspieler mit leichtfüßigen Anekdoten (die sich bei näherem Hinhören freilich als ebenso vielschichtig erweisen wie der Rest der Vorstellung) und live gespielten Cello-Intermezzi aufwarten. Mit anderen Worten: die Neugier auf MEHR THEATERTROEP ist geweckt!

Rezension von Vincent Kouters in der Volkskrant vom 10. August 2015

Jeder Abend ist anders.  Aus ihrer umfangreichen Repertoire von Szenen, Sketchen und Slapstick stellt De Theatertroep unter dem Titel Vaudeville Abend für Abend ein andere Vorstellung für die Parade zusammen.

Im hölzernen Theaterhäuschen Café Ik gaben gestern „die beiden schlechtesten Zauberer der Welt“ eine Probe ihres Könnens – die Parallelen zu Tommy Cooper und Monty Python waren unübersehbar. Anderen Szenen liegen Texte von Annie M.G. Schmidt, Shakespeare und van Kooten & de Bie zugrunde. Es gelingt den vielseitig talentierten Schauspielern der Theatertroep, die unterschiedlichen Fragmente in einen derart überraschenden, amüsanten und tiefsinnigen Zusammenhang zu bringen, dass man Café Ik nie mehr verlassen möchte. Das muss man auch nicht: bis spät nachts kann man – nach dem Entrichten eines kleinen Obulus – sich alle halbe Stunde auf’s Neue im Sog des Theatertroep‘schen Universums hin – und mitreißen lassen.

Ausschnitt Rezension von Loek Zonneveld in De Groene Amsterdammer vom 5. August 2015

Jede halbe Stunde ist anders. Mit ihrem Reservoir an Szenen und Requisiten kann De Theatertroep  nämlich lässig 24 Stunden füllen.

…Ihr Parade-Programm heisst Vaudeville und ist im Kern eine große Ode an die Volkskirmes des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, einer Zeit in der die Theaterschauspieler sich auf der Kirmes verdingen mussten, um ihr Geld für das tägliche Brot zusammenzuscharren. Die Kontrakte bei den Theatergesellschaften (wenn man das Glück hatte, bei einem solchen in Brot und Arbeit zu stehen) garantierten den Schauspielern nämlich nur von September bis Mai Einkünfte.

…In Vaudeville (der Titel ist kein Zufall) mixt De Theatertroep beispielsweise einen schwer zu zähmenden Shakespeare-Text mit einem Sketch von Karl Valentin zu einer auf die Spitze getriebenen Exekution-Szene: das unentbehrliche Beil ist weg.

Zum Ausgleich wird dann ein in Reimen gefasstes, poetisches Lied zum Besten gegeben (und aufs Beste vorgetragen) – eine Hommage an Gedichte von Annie M.G. Schmidt.

Agenda

Vaudeville II

  • Theater Kikker - Utrecht
  • 28 september
  • 29 september
  • Rotterdamse Schouwburg - Rotterdam
  • 18 oktober
  • Frascati - Amsterdam
  • 20 oktober
  • 21 oktober
  • Schouwburg Venray - Venray
  • 26 oktober
  • Theaters Tilburg - Tilburg
  • 27 oktober